Freiberger acquires Rasthaus
OVB of 24th January 2009
Surprising twist in the battle for Rasthaus Chiemsee in Bernau-Felden. As the newspaper. Das Oberbayerische Volksblatt’ learnt yesterday, the Freiberger Holding is acquiring the property on the banks of Lake Chiemsee from the Tessner Group.
Von Klaus Kuhn
Die Freiberger Holding mit Sitz in Amerang, die auch den Medical Park Chiemsee in Felden betreibt, plant den Umbau des denkmalgeschützten Ensembles in eine orthopädische Rehabilitationsklinik.
Über den Kaufpreis haben beide Seiten zwar Stillschweigen vereinbart, aber Dr. Karsten Schween, Vorsitzender der Geschäftsführung der Freiberger Holding mit Sitz in Amerang, erklärte gegenüber dem OVB, die Gruppe werde insgesamt einen "mittleren zweistelligen Millionenbetrag" investieren: "Wenn wir die Entwicklung des Projektes abgeschlossen haben, sind 200 neue Arbeitsplätze denkbar."
Insgesamt zwölf Hektar umfasst das geschichtsträchtige Gelände am Ufer des Chiemsees, das von der Autobahn München-Salzburg durchschnitten wird. 2005 übergaben die US-Streitkräfte, die das Rasthaus als Erholungszentrum genutzt hatten, die Liegenschaft an den Bund. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) versuchte jahrelang, die Flächen zu Geld zu machen. Eine italienische Investorengruppe, die schon den Zuschlag bekommen hatte, sprang im letzten Moment wieder ab. Daraufhin kam Ende August 2008 die Tessner-Gruppe zum Zug, die in Norddeutschland eine Reihe von Möbelmärkten betreibt.
Ursprünglich hatte Tessner geplant, das unter Denkmalschutz stehende Rasthaus in ein Fünf-Sterne-Hotel umzubauen, war aber aufgrund von Statikproblemen davon abgerückt. "Um ein Fünf-Sterne-Haus wirtschaftlich zu betreiben, wären 70 Zimmer mehr notwendig gewesen", erklärte Marcus Mende, Geschäftsführer einer eigens von der Tessner-Gruppe gegründeten Projektgesellschaft mit Sitz in Berlin. "Im Lauf der baulichen Untersuchungen hat sich ergeben, dass die geplante Aufstockung von der Statik und den Kosten her problematisch wäre."
Bereits unmittelbar nach dem Kauf des Grundstücks durch die Tessner-Gruppe hatte Mende nach eigenen Angaben Kontakt mit der Freiberger Holding aufgenommen, die über die Medical Park AG in Felden eine orthopädische Rehabilitationsklinik betreibt. Bei den Gesprächen sei es zunächst um die Entwicklung der landseitigen Flächen im Süden der Autobahn gegangen. Durch die Statikprobleme ergab sich für die Tessner-Gruppe aber offenbar eine neue Situation, und man einigte sich auf den Verkauf des Geländes.
Die Freiberger Holding hatte sich am ursprünglichen Bieterverfahren ebenfalls beteiligt, war aber bereits zu einem früheren Zeitpunkt ausgestiegen. Schween bezeichnete die Übernahme als Glücksfall für die weitere Expansion der Medical Park AG, die sieben Rehabilitationszentren in Bayern betreibt: "Wir haben hier in der Klinik ständig einen Belegungsdruck und können jetzt auf der Seeseite erweitern. "Das Rasthaus passe genau in das Unternehmenskonzept, das auf die langfristige Entwicklung hochwertiger Immobilien setzt. Schween will den Rasthaus-Umbau rasch angehen: "Wir wollen dieses Jahr die Planung abschließen, um dann 2010 mit den Arbeiten beginnen zu können."
Das rund sieben Hektar umfassende Gebiet südlich der Autobahn braucht wohl etwas mehr Zeit: "Wir müssen erst ein Nutzungskonzept festlegen", so Schween. Denkbar seien ein preiswertes Hotel, Gastronomie und Freizeiteinrichtungen. Bei der Entwicklung dieser Fläche will die Freiberger Holding mit der Tessner-Gruppe zusammenarbeiten.
Bernaus Bürgermeister Klaus Daiber wünscht sich auf dem Gelände südlich der Autobahn vor allem ein Mittelklasse-Hotel, von dem er sich positive Impulse für den Tourismus erhofft. Daiber sieht die neue Entwicklung grundsätzlich positiv: "Wir kennen die Freiberger-Gruppe als verlässlichen Partner."
Bernau hat erst vor wenigen Wochen einen an das Rasthaus angrenzenden Uferstreifen erworben. Die Gemeinde möchte dort eine Uferpromenade samt Radweg anlegen und den Bereich neu ordnen. "Auf unsere Pläne am Hafengelände hat der Verkauf keinen Einfluss", erklärte Daiber. Einen Wunsch hat er allerdings: "Aus unserer Sicht wäre es wünschenswert, dass das Seegrundstück für eine gastronomische Nutzung öffentlich zugänglich ist."
Begrüßt wird der Einstieg der Freiberger-Gruppe auch von Landrat Josef Neiderhell, der ebenfalls gestern von dem Verkauf erfuhr. Es sei auch deshalb eine gute Nachricht, weil damit ein einheimischer Investor das Rasthaus erworben habe, mit dem man bislang schon sehr gute Erfahrungen gemacht habe.
