Dramatische Rettung der Ottheinrich-Bibel

Oberbayerisches Volksblatt vom 31. Januar 2008
Verlust des Kulturdokumentes verhindert

Die Lage war dramatisch. Fünf der acht Teile der „Ottheinrich-Bibel“ sollten in London versteigert werden. Schätzpreis: 2,9 Millionen Euro. So setzte Bayerns Kunstminister Thomas Goppel alle Hebel in Bewegung, um Deutschland vor dem Verlust des Kulturdokumentes zu bewahren. Den Ameranger Unternehmer Ernst Freiberger erwischte er am Handy kurz vor dem Abflug ins Ausland. Freiberger sagte sofort Unterstützung zu. Die Ernst Freiberger-Stiftung trug mit einem wesentlichen Betrag zu der geglückten kulturpolitischen Rettungsaktion bei. Gestern wurde die wiedervereinigte „Ottheinrich-Bibel“ in der Bayerischen Staatsbibliothek in München vorgestellt. Sie ist die früheste erhaltene illustrierte Handschrift des Neuen Testaments in deutscher Übersetzung. Den luxuriösen Codex hatte Ludwig VII. der Bärtige von Bayern-Ingolstadt um 1430 in Auftrag gegeben. „Ein so einzigartiges Dokument unserer Religionsgeschichte gehört dorthin, wo es entstanden ist“, so Freiberger.

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